Der erste Wettkampf: was du mitbringst und was gestellt wird

Der erste Wettkampf ist der Moment, in dem sich zeigt, was du im Training gekauft hast und was nicht. Manches bringst du selbst mit, manches stellt der Veranstalter, und ein paar Sachen, die du im Gym täglich benutzt, sind im Ring oder Käfig schlicht nicht zugelassen. Hier steht, was die geltenden Reglemente dazu sagen.

Zuerst: Was du gar nicht kaufen musst

Im sanktionierten MMA-Kampf stellt der Veranstalter die Handschuhe, und die Kommission gibt sie frei. Eigene sind nicht erlaubt. Im Amateurbereich der IMMAF gilt dasselbe, dort sind es 6 bis 8 Unzen und sie müssen rot oder blau sein, je nach Ecke.

Spar dir also das teure Wettkampfpaar. Was du brauchst, ist ein gutes Sparringpaar – und das ist ein anderes Produkt. Warum, steht hier.

Was du selbst mitbringst

  • Tiefschutz. Männliche Athleten müssen einen eigenen tragen. Athletinnen dürfen.
  • Zahnschutz. Muss sitzen, wird von der Kommission kontrolliert, und ohne startet die Runde nicht. Anpassen übt man zu Hause und nicht am Wettkampftag. Anleitung hier.
  • Rashguard, eng anliegend, kurzärmlig, rot oder blau. Langarm ist nicht zulässig.
  • Schienbeinschoner, und zwar zum Überziehen. Modelle mit Klettverschluss sind im IMMAF-Wettkampf nicht erlaubt – das ist der Punkt, an dem die meisten Neulinge auffliegen, weil genau diese Sorte im Gym am verbreitetsten ist. Zur Auswahl.
  • Shorts oder Kompressionshose ohne Taschen, ohne Reissverschlüsse, ohne aussenliegende Kordel. Schuhe sind verboten.
  • Bandagen. Gewickelt wird in der Kabine im Beisein der Kommission, nicht vorher zu Hause.

Wenn es Boxen ist, gelten andere Zahlen

Im olympischen Boxsport nach World Boxing sieht die Liste anders aus:

  • Handschuhe: 284 Gramm (rund 10 oz) oder 340 Gramm (rund 12 oz), je nach Kategorie und Geschlecht, ausschliesslich mit Klettverschluss.
  • Kopfschutz: Pflicht bei U17, U19 und bei Frauen der Elite. Bei Männern der Elite nicht erlaubt.
  • Bandagen: bei U17 und U19 Klettbandagen von 3,5 bis 4,5 Metern Länge. Bei der Elite entscheidet die Ausschreibung.

Der Zeitplan, den keiner erklärt

Gewogen wird am Wettkampftag – im Boxen an jedem Tag, an dem du kämpfst, und du darfst nur einmal auf die Waage. Zwischen Waage und erstem Kampf liegen mindestens drei Stunden. Über dem Limit heisst Walkover für den Gegner; unter dem Mindestgewicht deiner Klasse übrigens auch. Im Amateur-MMA wird ebenfalls am Wettkampftag gewogen und an jedem weiteren Tag, an dem du weiterkommst.

Praktisch heisst das: Wenn du am Vorabend noch schwitzen musst, hast du bei der Vorbereitung etwas falsch gemacht. Die Zahlen dazu, auch die unangenehmen, stehen hier.

In die Tasche, obwohl es kein Reglement verlangt

  • Ein zweiter Rashguard und ein zweites Paar Socken. Zwischen Wiegen und Kampf liegen Stunden.
  • Essen und Trinken für direkt nach der Waage – Kohlenhydrate, Flüssigkeit, Elektrolyte. Bei laufenden Kämpfen ist im MMA und Boxen während des Kampfes nur Wasser oder ein zugelassenes Elektrolytgetränk erlaubt.
  • Klebeband, Schere, ein Handtuch. Und die Lizenz oder den Pass, den dein Verband verlangt.
  • Eine Tasche, in der nasse Sachen getrennt liegen. Packliste hier.

Eine Sache vorher klären

Reglemente unterscheiden sich zwischen Verbänden, Ländern und Veranstaltungen, und sie ändern sich. Alles hier Genannte stammt aus den unten aufgeführten Dokumenten – aber die Ausschreibung deiner Veranstaltung ist das einzige Papier, das für dich zählt. Lies sie, bevor du bestellst, und frag im Zweifel deinen Trainer, der die Kommission kennt.

Regelangaben: IMMAF, Mixed Martial Arts Unified Rules for Amateur Competition, Stand März 2017 (immaf.org); Association of Boxing Commissions, Committee Report on Unified Rules for MMA, 2009 (abcboxing.com); World Boxing Competition Rules, in Kraft seit November 2024 (worldboxing.org). Stand: 08.2026.

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