MMA-Handschuhe: welche Unzen wofür

Bei Boxhandschuhen ist die Sache mit den Unzen halbwegs klar. Bei MMA-Handschuhen fragen die Leute im Gym meistens erst, wenn sie schon das falsche Paar gekauft haben. Der Unterschied zwischen Wettkampf- und Sparringhandschuh ist nämlich grösser, als er auf den ersten Blick aussieht.

Profi-Wettkampf: mindestens 4 oz, und du bringst sie gar nicht mit

Die Unified Rules, wie sie die Association of Boxing Commissions 2009 verabschiedet hat, legen eine klare Untergrenze fest: mindestens vier Unzen, freigegeben von der zuständigen Kommission. Eine feste Obergrenze wollte das zuständige Komitee ausdrücklich nicht in die Regel schreiben, weil sehr grosse Grössen allein durch die Materialmenge über sechs Unzen kommen können. In der Praxis bewegt sich der Wettkampfhandschuh damit zwischen vier und sechs Unzen.

Der zweite Punkt wird oft übersehen: Die Handschuhe stellt der Veranstalter, und die Kommission gibt sie frei. Eigene Handschuhe darfst du im sanktionierten Kampf nicht benutzen – anders als bei Bandagen, Zahnschutz und Tiefschutz.

Amateur: schwerer, und sichtbar anders

Im Amateurbereich der IMMAF sind es 6 bis 8 Unzen, und die Handschuhe müssen sich optisch klar von den Profi-Modellen unterscheiden. Offene Hand mit Finger- und Daumenschlaufen, Klettverschluss am Gelenk, Schnürung ist nicht erlaubt, Farbe rot oder blau. Auch hier kommen die Handschuhe von der Veranstaltung, nicht aus deiner Tasche.

Sparring ist wieder etwas anderes

Fürs Sparring nimmt praktisch jedes Gym dickere Modelle, meistens um die sieben Unzen. Das ist keine Verbandsvorgabe, sondern eine Vereinbarung unter Leuten, die noch öfter miteinander trainieren wollen. Mit einem 4-oz-Wettkampfhandschuh im Sparring machst du dich und deinen Partner kaputt, egal wie kontrolliert ihr schlagt. Wer beides braucht, kauft zwei Paare. Ein Paar für alles gibt es in dieser Sportart nicht.

Was darunter erlaubt ist

Die Bandage im MMA folgt anderen Regeln als im Boxen. Nach den Unified Rules sind pro Hand höchstens 15 Yards weiches Gazeband von zwei Zoll Breite zulässig, dazu höchstens 10 Fuss Tape von einem Zoll. Und ein Detail, das im Boxen genau umgekehrt ist: Im MMA darf das Tape zweimal über den Handrücken laufen und die Knöchel abdecken. Fertige Vorwickel-Materialien sind dagegen nicht erlaubt, und gewickelt wird in der Kabine im Beisein des Inspektors. Die Handschuhe kommen erst nach dessen Freigabe an die Hände.

Was du beim Anprobieren prüfst

Die Faust muss sich vollständig schliessen lassen, ohne dass die Polsterung über den Knöcheln verrutscht. Die Daumenschlaufe darf beim Greifen nicht spannen, sonst reisst sie dir beim ersten Underhook. Und das Handgelenk sollte fest sitzen: In MMA-Handschuhen ist der Klettbereich kurz, du hast also weniger Halt als in einem Boxhandschuh und solltest darauf achten, dass der Rest der Konstruktion sitzt.

Bandagen passen unter die meisten MMA-Handschuhe nur in der kurzen Variante. Probiere so an, wie du auch trainierst.

Regelangaben: Association of Boxing Commissions, Committee Report on Unified Rules for MMA, verabschiedet am 30. Juli 2009, Abschnitte Gloves und Handwraps (abcboxing.com), sowie IMMAF, Mixed Martial Arts Unified Rules for Amateur Competition, Stand März 2017 (immaf.org). Reglemente unterscheiden sich je nach Verband und Land – was dein Verband vorschreibt, geht diesem Text vor. Die Angabe zum Sparring stammt aus der Trainingspraxis. Stand: 08.2026.

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