Rashguard und Fight Shorts sehen aus wie eine Stilfrage. Sind sie nicht. Beide lösen ein konkretes Problem auf der Matte, und im Amateur-MMA sind sie sogar vorgeschrieben.
Warum Baumwolle auf der Matte nicht funktioniert
Baumwolle saugt sich voll, wird schwer und bleibt nass. Nass heisst rutschig für den Partner und kalt für dich, sobald die Runde vorbei ist. Dazu kommt der Kragen: Ein weites Shirt gibt dem Gegner einen Griff, den er im Reglement gar nicht haben dürfte, und es reisst.
Was der Rashguard tatsächlich macht
Er liegt eng an, transportiert Feuchtigkeit nach aussen und legt eine Schicht zwischen deine Haut und die Matte. Genau das ist der Punkt, der über Bequemlichkeit hinausgeht: Weniger Reibung heisst weniger aufgescheuerte Stellen, und aufgescheuerte Stellen sind der häufigste Eintrittsweg für Hautinfektionen. Wir haben das in einem eigenen Beitrag mit Zahlen aufgeschrieben.
Was das IMMAF-Reglement verlangt
Für den Amateurwettkampf ist die Sache genauer geregelt, als die meisten denken. Rashguard und Schienbeinschoner sind Pflicht. Der Rashguard muss aus eng anliegendem, elastischem Material sein, das Ländergruppenkürzel auf dem oberen Rücken tragen und ist ausdrücklich kurzärmlig – Langarm ist nicht zugelassen. Ausnahme: Athletinnen können aus kulturellen oder religiösen Gründen Langarm und Tights tragen, wenn sie das vorher schriftlich anmelden. Rashguard und Schoner sind entweder rot oder blau, passend zur Ecke.
Bei den Shorts gilt: MMA-Shorts oder Kompressionsshorts, keine Taschen, keine Reissverschlüsse, keine Schnürung aussen am Bund, ebenfalls rot oder blau. Schuhe sind nicht erlaubt.
Fürs Training ist das alles nicht bindend. Aber wenn du in Richtung Wettkampf gehst, kaufst du besser gleich das, womit du auch starten darfst.
Kurzarm, Langarm, Schnitt
Im Training ist Langarm eine Überlegung wert, wenn du viel am Boden arbeitest – Ellbogen und Unterarme scheuern am meisten. Wer auf Wettkämpfe zugeht, gewöhnt sich besser an Kurzarm, weil er im Ring nichts anderes tragen wird.
Bei den Shorts zählt die Beinfreiheit: Wenn du in der Hocke spürst, dass die Naht innen spannt, ist die Hose zu eng geschnitten, egal was das Etikett sagt. Kompressionsshorts gehören darunter, wenn du am Boden arbeitest. Sie verhindern das Hochrutschen, halten den Tiefschutz an Ort und Stelle und ersparen dir die Scheuerstellen an den Oberschenkeln.
Pflege in zwei Sätzen
Kalt waschen, kein Weichspüler, nicht in den Trockner. Weichspüler legt sich auf die Fasern und nimmt dem Material genau die Eigenschaft, für die du bezahlt hast.
Regelangaben: IMMAF, Mixed Martial Arts Unified Rules for Amateur Competition, Stand März 2017, Abschnitte Contestant’s Apparel sowie Shin-guards and rash guards (immaf.org). Andere Verbände regeln das abweichend – im Zweifel gilt das Reglement deines Verbands. Der Rest ist Trainingspraxis. Stand: 08.2026.



