Hautinfektionen auf der Matte: was wirklich hilft

Jeder, der länger auf der Matte steht, kennt jemanden, der wegen eines roten Flecks zwei Wochen aussetzen musste. Meistens wird dann über die Matte geschimpft. Die Matte ist Teil der Geschichte, aber nicht die ganze.

Wie häufig das wirklich ist

Ein Übersichtsartikel von 2025 hat die Zahlen aus Ringen, Rugby, MMA und American Football zusammengetragen. Bei Ringern wurde während Ausbrüchen in einzelnen Schul- und College-Teams eine Verbreitung von Herpes gladiatorum bis zu 30 Prozent berichtet. MRSA-Ausbrüche trafen in betroffenen Teams 5 bis 15 Prozent der Sportler. Tinea, also Ringelflechte, betraf im Verlauf einer Saison 10 bis 25 Prozent. Für Grappling und MMA nennt die Arbeit Trainingsstätten, in denen über 15 Prozent der Sportler MRSA auf der Haut trugen, ohne zwingend krank zu sein.

Aus der NCAA-Überwachung im Ringen kommt eine nüchterne Zahl dazu: 14,2 Hautinfektionen pro 10 000 Trainings- und Wettkampfeinheiten, wobei virale Infektionen 1,7 Mal häufiger waren als bakterielle und 2,1 Mal häufiger als Pilzinfektionen.

Der Eintritt ist meistens ein Kratzer

Die Erreger brauchen eine Tür. Kleine Schrammen, Schrüfe vom Gi, aufgescheuerte Stellen an Ellbogen und Knien reichen völlig. Dazu kommen geteilte Handtücher, ungewaschene Ausrüstung, feuchte Umkleiden und schlechte Belüftung. Wer eine Hauterkrankung wie Ekzem hat oder ohnehin offene Stellen mitbringt, ist stärker gefährdet.

Was nachweislich etwas bringt

  • Sofort duschen nach dem Training. Nicht erst zuhause nach vierzig Minuten Autofahrt.
  • Schrammen und Schnitte reinigen und abdecken, bevor man wieder auf die Matte geht.
  • Keine geteilten Handtücher, keine geteilten Rasierer.
  • Ausrüstung und Matten nach jeder Einheit reinigen. Als wirksam gelten chlorbasierte Mittel und quartäre Ammoniumverbindungen.
  • Hinschauen und melden. In der NCAA sind Hautkontrollen vor dem Wettkampf vorgeschrieben, und genau das hat Herpes-Ausbrüche messbar reduziert.

Eine Zahl, die im Gym gern untergeht: In einer Befragung von 1642 High-School-Trainern hatten Teams mit einer schriftlich festgehaltenen Regel zum Umgang mit Hautinfektionen weniger Fälle als Teams ohne – 26 gegen 34 Prozent. Nicht das Wundermittel, aber eine klare Richtung: Wer Regeln aufschreibt und durchsetzt, hat weniger Ausfälle.

Woran gearbeitet wird, was aber nicht dein Job ist

Bei Sportlern mit wiederkehrendem Herpes gladiatorum senkte eine antivirale Prophylaxe in einem 28-Tage-Trainingslager mit 2793 Ringern das Ausbruchsrisiko um 89 Prozent. Das sind verschreibungspflichtige Medikamente und eine ärztliche Entscheidung, kein Ratschlag aus einem Shop-Text. Barrierecremes wie Vaseline gegen Schrammen werden diskutiert, die Datenlage dazu nennt der Übersichtsartikel selbst als dünn.

Was der Rashguard damit zu tun hat

Weniger blanke Haut auf der Matte heisst weniger Reibung, weniger Schrammen und damit weniger Eintrittsstellen. Dazu liegt zwischen dir und der Matte eine Schicht, die du nach dem Training in die Wäsche gibst. Ein Wundermittel ist er nicht, aber er nimmt genau den Risikofaktor weg, den die Übersicht an erster Stelle nennt.

Und wann du pausierst

Bei einer offenen, nässenden oder sich ausbreitenden Stelle gehörst du nicht auf die Matte, sondern zum Arzt. Die Fachverbände formulieren das gleich: Ausschluss vom Kontakttraining, bis behandelt ist und die Stelle nicht mehr ansteckend. Das ist unangenehm für eine Woche und verhindert, dass die halbe Gruppe drei Wochen ausfällt.

Quelle: Islam R.K., Islam K.N., Microbial Skin Infections in Contact Sports: Epidemiology and Prevention, Premier Journal of Infectious Diseases 2025;5:100005, DOI 10.70389/PJID.100005, Open Access. Die genannten Einzelzahlen stammen aus den dort ausgewerteten Studien (NCAA-Überwachung, Trainerbefragung, Trainingslagerstudie) und den Empfehlungen von NATA und CDC. Stand: 08.2026. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

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